Künstlerisches Filmwerk "AUFBRUCH" mit Drehort Neumarkt im Tauchental im Dieselkino präsentiert


Eva Maria Kamper, Bezirksblätter Oberwart, 27.03.2019

OBERWART. Ein anspruchsvolles Filmwerk wurde im Oberwarter Dieselkino präsentiert. Mit den Drehorten u.a. in Neumarkt im Tauchental bei Schlaining lockte er viele Zuseher in die Kinopremiere und hinterließ eine gedankenumwobene Botschaft.

Bildgewaltiger Film

Ein anspruchsvolles Roadmovie der anderen Art, mit bildgewaltigen Szenen und bewusst eingesetzer Musik, offenbarte sich den Zuschauern unter dem Beisein des Hauptdarstellers Ludwig Wüst. Fans der zahlreichen Bildschnitte und dialogüberschlagenden Ereignisse innerhalb eines Filmes waren eventuell fehl am Platz, diese Geschichte wurde bewusst langsam gesetzt und braucht Platz zum gedanklichen Nachwirken. "Die Langsamkeit in unserer schnelllebigen Zeit bekommt immer mehr mehr Bedeutung", betont der Künstler, der auch im Film seine Akzente auf die Handwerkskunst und Besonnenheit auf historischen, geschichtlichen Ursprung setzt. Der Film hatte letztes Jahr auf den Filmfestspielen Berlinale und Diagonale Premiere, die diesjährige Diagonale widmet Ludwig Wüst ein Tribute.

Ludwig Wüst inszeniert behutsam, ohne die Sensation zu suchen, und schafft Raum für ein Gefühl der Komplizenschaft. Ein Film als Psychogramm zweier im Leben Gestrandeter voller emotionaler Zärtlichkeit unter Fremden. Die Reise der beiden beschließt sich an einem gleichsam mythischen und doch ganz gegenwärtigen Ort, der End- und Wendepunkt zugleich ist.

Filmbesprechung im Anschluss der Premiere

Zahlreiche Anhänger dieser Art des Filmes, sowie Ehrengast und Anrainer in Neumarkt Alfred Heschik, der der Filmcrew mit Kost und (Aufwärm-)Logie zur Seite stand, während zu Drehtagen die Kälte herrschte, kamen zu Wort. Hauptdarsteller und Regisseur Ludwig Küst verriet seine persönlichen Beweggründe, ausgewählte Drehaufnahmen genau im Südburgenland zu filmen. "Ich habe in Neumarkt im Tauchental bereits 2011 den Film „Das Haus meines Vaters“ gedreht und wollte dort in dieser Besonderheit unbedingt auch „Aufbruch“ drehen", betont der preisgekrönte Regisseur, der zum ersten Mal auch selbst als Schauspieler vor der Kamera agierte. Der Film entstand innerhalb von 10 Tagen.

Inspiriert vom japanischen Sprichwort „Mono no aware“, „die Trauer um den Fluss der Dinge“ beschreibt Ludwig Wüst, Menschenfreund und Meister des kinematografischen Minimalismus, einen Anfang, der auch ein Ende ist. Weitgehend sprachlos bewegt sich sein ungleiches Paar in diesem Roadmovie der Innerlichkeit durch ländliches Niemandsland, begleitet von den elementaren Gefühlen des Lebens – Traurigkeit und Humor, Tod und Hoffnung, Liebe und Verlust.