Ägyptische Finsternis



AT 2002
Farbe, 66 Min., MiniDV, 4:3, Stereo, Deutsch
UA Filmcasino Wien

Regie, Produktion, Buch Ludwig Wüst Kamera Raffael Kinzig, Schnitt und Ton Samuel Käppeli

Mit Michaela Conrad, Hani Amr Abdullah, Mohammed Kosa, Ludwig Wüst

Synopsis

Ägyptische Finsternis, nach „Der Fall Franza“ von Ingeborg Bachmann, ist die Beschreibung einer Odyssee ohne Heimkehr. Der Film erzählt von der Flucht einer jungen Frau aus ihrem bürgerlichen Leben. ICH BIN ALSO IN DIE WÜSTE GEGANGEN. DAS LICHT HAT SICH ÜBER MIR ERBROCHEN... Die Reise in die Wüste wird zu einer inneren Reise eines allmählichen Verlöschens. Nur die Erinnerung an einen Mann folgt der Frau...

Director’s Statement

1997 unternahm ich meine erste Reise nach Ägypten, im Gepäck das Buch "Der Fall Franza" von Ingeborg Bachmann. Ein hermetischer Text, vor vierzig Jahren geschrieben in einem hermetischen Land, das sich auf den ersten Blick nicht preisgibt und oft einen zweiten Blick nicht mehr zulässt. Als ich den Plan fasste Ägyptische Finsternis, das dritte Kapitel des Buches „Franza“ zu verfilmen, unternahm ich noch etliche Reisen in die Wüsten Ägyptens (1998-2000), um on location mein Drehbuch zu schreiben. Da von Anfang an klar war, dass es ein "Stummfilm" werden sollte, entstanden auf diese Weise ca. 500 Skizzen und gemalte Storyboards. Im April 2001 war es dann soweit: wir fuhren nach Kairo und in die Wüste des Sinai, um unsern Film zu drehen. Nach aufreibenden Dreharbeiten in Ägypten (Verhaftung des gesamten Teams und Androhung der Ausweisung!), einer äußerst schwierigen Postproduktion (15 Schnittfassungen des Films) konnten wir schließlich die beglückende Premiere im Filmcasino am 28. April 2002 feiern.
„Eine junge Frau lässt ihr bisheriges Dasein hinter sich, reist nach Ägypten, durch Nacht und Wüste, und verschwindet schließlich ganz aus dem Blickfeld. In fragmentarischen Szenen und bestechend klaren Bildern erzählt ÄGYPTISCHE FINSTERNIS, mit kleiner Besetzung (und noch kleinerem Budget) die Geschichte einer Flucht ohne Hoffnung. Die filmische Umsetzung ist getragen von einem „dokumentarischen“ Gestus und einer hervorragenden Hauptdarstellerin...“
Michael Omasta, Falter

„...Michaela Conrad zieht als Darstellerin ohne Namen durch die ägyptische Wüste, versucht, ihre Gedanken neu zu ordnen, im Schreiben ihr Leben zu reflektieren, kommt aber immer nur an den Ausgangspunkt zurück: ‚Es ist nichts passiert‘. Eine meditative, fragmentierte Arbeit über Stillstand und Entfremdung.“
Christoph Huber, Die Presse